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Neuregelung Midijobs

|   Lohn und Gehalt

DATEV LexInform Dokument: 1004963

Aus Gleitzone wird Übergangsbereich

Ab 1. Juli 2019 ist die Gleitzone neu geregelt. Ab dann beträgt die monatliche obere Entgeltgrenze nicht mehr 850 Euro, sondern 1.300 Euro. Zeitgleich ändert sich der Begriff Gleitzone in Übergangsbereich, auch Midijob genannt.

Grundlage der Änderung bildet das RV-Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetz vom 28. November 2018. Die Gleitzone wurde mit dem "Zweiten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" zum 01.04.2003 eingeführt. Das Gesetz entlastet Arbeitnehmer, die nur knapp über der "Geringfügigkeitsgrenze" verdienen.

In der Gleitzone sind vom Arbeitnehmer verminderte SV-Beiträge zu zahlen. Der Beitragsanteil des Arbeitgebers wird dagegen aus dem tatsächlichen Entgelt berechnet; der Beitragsanteil des Arbeitnehmers ergibt sich als Differenz aus dem verringerten Gesamtbeitrag und dem unverminderten Arbeitgeberanteil. Für den Arbeitgeber spielt die Anwendung der Gleitzone insofern keine Rolle.

Zwischen 01/2013 und 06/2019 ist die monatliche Entgeltgrenze für Beschäftigte in der Gleitzone 850,00 Euro. Mit einem Entgelt zwischen 450,01 Euro und 850,00 Euro ist der Arbeitnehmer voll sozialversicherungspflichtig, für die Berechnung des Arbeitnehmeranteils zur Sozialversicherung ist jedoch die Gleitzonenregelung anzuwenden.

Was ändert sich zum 01.07.2019?

Mit dem „RV-Leistungsverbesserungs- und –Stabilisierungsgesetz“ wird die monatliche Entgeltgrenze zum 01.07.2019 auf 1.300,00 Euro angehoben. Zudem führen die reduzierten RV-Beiträge des Arbeitnehmers ab 07/2019 nicht mehr zu reduzierten Rentenansprüchen.

Mit diesem Gesetz ändert sich die Begrifflichkeit: Aus der bisherigen „Gleitzone“ wird ein „Übergangsbereich“. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich inzwischen der Begriff „Midijob“ durchgesetzt, der ab 07/2019 auch in den DATEV Lohnprogrammen verwendet wird.

Ausnahmen: Für wen darf der neue Übergangsbereich nicht angewandt werden?

Die Midijob-Regelung darf nicht angewandt werden, wenn die Person:

  • in einer Berufsausbildung ist
  • unständig beschäftigt ist
  • ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr absolviert
  • Bundesfreiwilligendienst leistet
  • als versicherungspflichtiger Arbeitnehmer regelmäßig mehr als 1.300,00 Euro verdient und das Entgelt nur aufgrund von Unterbrechungen in den Übergangsbereich sinkt, wie z. B. bei Kurzarbeit oder im Baugewerbe wegen schlechten Wetters

 

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